Spooky Matsuri: Halloween das ganze Jahr

Spooky Matsuri: Halloween das ganze Jahr

Spooky Matsuri: Halloween das ganze Jahr

Die Japaner übernehmen nur zögerlich den US-Exportschlager Halloween. Brauchen sie auch nicht, denn irgendwo auf den Inseln wird das ganze Jahr den Dämonen gehuldigt oder mit den Geistern getanzt.

Freche Kinder und faule Schwiegertöchter aufgepasst! Am Neujahrsabend gibt es in der japanischen Kleinstadt Oga (Präfektur Akita) die Quittung für euren Ungehorsam. Dann nämlich ziehen gehörnte Dämonen, bekleidet mit Reisstrohumhängen von Haus zu Haus, lassen sich vom Hausherren mit viel Sake und Reiskuchen bewirten und jagen dafür dem Nachwuchs in Knecht Rupprecht-Manier einen ordentlichen Schrecken ein. Dabei haben sie es  auf besonders große Faulpelze abgesehen, die sich den ganzen Tag ihre Füße am Feuer wärmen, bis diese voller Brandblasen sind. Und diese essen die Namahage (Brandblasenhaut-Abzupfer) für ihr Leben gern.

Geisterfestivals zu jeder Jahreszeit

Das Fest ist nur eines von unzähligen japanischen Volksfesten (Matsuri) mit gruseligem Beigeschmack, denn Geister und Dämonen sind fester Bestandteil beider Hauptreligionen. Der Shintoismus, Japans ursprüngliche Religion, ist ein Sammmelsurium aus Lokalriten, bei denen die Ahnen, unzählige Gottheiten (Kami) und Naturphänomene verehrt werden. Der Buddhismus kam erst im siebten Jahrhundert über Korea nach Japan und erweiterte den Glauben sogar noch um Jenseitsvorstellungen, Höllen, Erlösung und Geschichten von rastlosen Toten.

Kein Wunder also, dass die Japaner nur zögerlich den US-Exportschlager Halloween übernehmen, denn irgendwo auf den Inseln gibt es immer gerade ein Festival,  bei dem es um die Abwehr von Unglück, die Beschwichtigung der Geister oder das Austreiben von Teufeln (Oni) geht.

Frühlingsfeste: Schlechte Zeiten für Dämonen

Die Oni, gehörnte Dämonen, mit Wuschelhaar, riesigen Augen und roter oder grüner Haut sind im Volksglauben die personifizierten Unglücksengel, die es bei zahlreichen Volksfesten stellvertretend zu maltretieren gilt. So zum Beispiel beim Frühlingsfest Setsubun, dass im ganzen Land vom 3. bis zum 4. Februar gefeiert wird. Um die Wintergeister zu vertreiben, jagen  die Kinder der Nachbarschaft  durch die Straßen und bewerfen Erwachsene in Oni-Kostümen mit gerösteten Soyabohnen (Mamemaki). In den Häusern übernimmt das Familienoberhaupt die Rolle des Kälte-Exorzisten und ruft dabei: „oni wa soto, fuka wa uchi“ („Hinfort mit den Dämonen und herein mit dem Glück“).

Eine schöne Variante ist das Oni Matsuri in Toyohashi. Dort gibt es  einen Showkampf  zwischen Dämonen, gefolgt von einem Süßigkeitenhagel und einer gewaltigen Mehlschlacht. Wer besonders viele Mehlwatschen abbekommt, kann sich auf ein Jahr voller Glück freuen.

Kirschblütenzauber und der Salamander-Song

Wenn die Dämonen nicht verjagt werden können, muss man sich zumindest gut mit ihnen stellen: Wie zum Beispiel beim Kirschblütenfest Hanami. Von März bis Mai zieht eine Welle der Verzauberung von Okinawa bis Hokkaido. Die wenigen Tage, die die Kirschbäume in voller Blütenpracht stehen, werden mit ordentlich Sake und Karaoke gefeiert. Dafür besetzen Firmenangestellte schon morgens riesige blaue Plastikplanen unter den schönsten Bäumen, damit nach Feierabend die ganze Abteilung zur Sause antreten kann. Früher haben die Bauern durch das Feiern den auf den Ästen hockenden Baumgeistern gehuldigt, um für ein erntereiches Jahr ohne Naturkatastrophen zu bitten – heute erhoffen sich die Feiernden vor allem gute Quartalsabschlüsse.

Ebenfalls um eine gute Ernte –  vor allem aber ums nackte Überleben – geht es beim Hanzaki Festival in den Okayama Bergen (im Südosten der japanischen Hauptinsel Honshu). Das Dorf in der Nähe des Yubara Onsen ist bekannt für seine Riesensalamander. Ein 10 Meter langes Exemplar davon soll im 17. Jahrhundert einmal Amok gelaufen sein und alles, was im in den Weg kam, aufgefressen haben. Ein Samurai ließ sich deshalb bei lebendigem Leib verschlingen und schnitt sich dann von innen mit einem rostigen Schwert den Weg frei.

Aber die Dörfler kamen nicht zur Ruhe. Nach einigen Naturkatastrophen und Missernten wurde ihnen klar, dass sie sich mit einem Kami (Naturgottheit) angelegt hatten. Als Wiedergutmachung feierten sie von da an jedes Jahr im August ein Fest zu Ehren der heimischen Amphibien, mit Umzugswagen, Salamandersüßigkeiten und einem speziellen Hanzakisong.

Hier gibt’s noch ne tolle Riesentiervariante, die nur alle zwölf Jahre – im Jahr der Schlange- abgehalten wird.

Schneemonster und Pappkameraden

Besonders schaurig-schöne Atmosphäre kommt auch bei einem der Schneefeste (Yukimatsuri) auf Japans Nordinsel Hokkaido auf.  Dort können Besucher in Februarnächten durch gigantische, gespenstisch ausgeleuchtete Fantasiewelten aus Eis spazieren. Anfangs waren es nur eine handvoll Studenten und Soldaten aus Sapporo, die sich einen Eisburgenbau-Wettkampf im Odori Park  lieferten. Heute kommen Lichtkünstler und Hobbybildhauer aus dem ganzen Land ins Winterwunderland, um mit Motorsägen und Schleifgeräten ein kurzlebiges, turmhohes Eiskunstwerk zu schaffen.

Sehr schön ist übrigens das Lichtpfad Festival in Otaru, bei dem die ganze Stadt im Schummerlicht unendlich vieler kleiner Laternen, die im Schnee am Wegesrand versenkt werden, erstrahlt.

Eine Kombination aus Laternenatmosphäre, Heldenpreisung, Geistervertreiben und Gigantomanie kann man vom 2. bis zum 7. August in Aomori erleben. Dort hatte vor hunderten von Jahren der General Saka­noue no Tamuramaro seine zahlenmäßig überlegenen Gegner mit Flöten, Trommeln, „Rasse-rah, rasse-rah„-Gesängen und riesengroßen mit bemalten Drachen-, Monster- und Kriegerlaternen ins Bockshorn gejagt. Beim Nebuta Matsuri wird diese Mimikri-Kriegsführung auf den Straßen nachgestellt. Die teils 8 Meter hohen und 15 Meter breiten kunterbunten Laternenkonstruktionen sind außerdem auf Flößen befestigt. Nach der Parade werden sie ins Wasser gelassen, um die bösen Wassergeister aufs Meer hinaus zu treiben.

Obon: Das japanische Totenfest

Der König der japanischen Gruselfeste ist das buddhistische Totenfest Obon bei dem die Seelen verstorbener Ahnen in die Welt der Lebenden zurückkehren. Von Juli bis August (je nach Region) werden an Flüssen, Wegen und Hauseingängen Fackeln und Laternen aufgestellt, um den Geister den Weg zu ihren Hinterbliebenden zu leiten. Dort wird üppig gespeist und danach mit den Geistern gemeinsam die ganze Nacht auf den Straßen durchgetanzt (Bonodori).

Besonders spektakulär feiern die Leute in Kyoto das Obon. Zum Abschied der Geister werden auf den fünf Bergen am Stadtrand gigantische Schriftzeichen (Daimonji) ins Unterholz gebrannt, die man sich dann tanzend von der Stadt aus anschauen kann.

Während dieser Spuksaison verfällt ganz Japan dem Geisterfieber. Alles ist mit Gruselgimmicks geschmückt, es gibt spezielle Süßigkeiten und Familien hocken gemeinsam in den schwülen Nächten beieinander, um traditionelle wie neu erfundene Gruselgeschichten mit unzähligen Dämonen (Yokai) zum Besten zu geben. Nur wer von Gänsehautstimmung wirklich nicht genug bekommen kann, nimmt als Halloween-Pionier einen Nachschlag und feiert noch einmal im November.

(Titelbild: Dadado no Onihashiri: Foto by A photographer – commons.wikimedia.org zu finden unter https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dadadō-no-Onihashiri_(Chichioni).jpg)

Mehr Spooky-Matsuri

Das hier darf auf keinen Fall in meiner Auflistung fehlen.

(Quickjump-Tipp 0:42 min.)

Tiere in japanischen Märchen und Spukgeschichten

Von tierischen Volkshelden, Götterboten & Vampirkatzen

Ob nun in Märchen, Legenden oder Spukgeschichten – die Rollen, die Tiere im japanischen Volksglauben spielen, sind fantastisch vielseitig. Im Shintoismus, Japans ursprünglicher Religion, werden sie als Götter oder deren Boten verehrt. Winkekatzen bringen Glück und eine Krähe schaffte es sogar, für ihre legendären Verdienste zum Wappentier der Kaiserfamilie aufzusteigen. Ganz anders sind die Tier-Auftritte in Märchen, Sagen und Spukgeschichten: Hier treiben Füchse verirrte Reisende in den Wahnsinn und alte Katzen vergehen sich als Serienmörder am kaiserlichen Hof.

Tierbesuch: Morgens Glück, nachts Unheil

Wenn dir tagsüber eine besonders große Spinne über den Weg läuft, ist das ein gutes Omen, wohingegen eine Sichtung bei Nacht Unheil ankündigt. So zumindest hat es mir die Großmutter einer Bauernfamilie in Shizuoka einmal erklärt. Und solche Interpretationspaare gibt es im japanischen Volksglauben unzählige.

Das liegt  daran, dass es in Japan mehr als 8 Millionen lokale Gottheiten (Kami) und mindestens ebenso viele verschiedene Arten von Dämonen, Ungeheuern und Naturgeistern gibt. Im Shintoismus, den die Japaner vor der Einführung des Buddhismus im sechsten Jahrhundert praktizierten, können sich Gottheiten in Form von Wäldern, Steinen, Bergen, Flüssen und eben auch Tieren manifestieren.

Fabelhafter Spuk der Bakemono

Und aus genau jenem Umfeld stammen auch ihre dämonischen Pendants, die Yokai. Allerdings sind diese eher personifizierte Ängste vor Krankheit und anderen Übeln. Zu jenen Yokai gehören auch die Bakemono, gestaltenwandelnde Tiere, von denen der Kitsune-Fuchs und der japanische Waschbär Tanuki die berüchtigsten Vertreter sind. Die Beiden sind zwar nicht unbedingt bösartig, aber in ihrem Hang zur Schalkhaftigkeit führen sie Menschen gerne an der Nase herum. Unmoralische Menschen kommen in den Geschichten allerdings häufig nicht mit dem Leben davon.

Fuchsboten sind gut fürs Geschäft

Sehr deutlich sieht man besagte Gegensätzlichkeit bei den Füchsen. Die gelten auf der einen Seite als Boten der wohl wichtigsten Shintogottheit: der Inari Okami. Diese ist Schutzpatron/in der Fruchtbarkeit und verspricht reiche Ernte, gesunde Nachkommen oder ein gutes Geschäftsjahr für japanische Unternehmen. Inari und ihre Diener, die schneeweißen Füchse, werden in Japan in über 30.000 Huldigungsstätten verehrt. Zudem hat jede japanische Firma einen kleinen Büroschrein mit Fuchsstatuen.

Giftgasanschlag der Fuchsbesessenen

Auf der anderen Seite gibt es die Bakemono-Füchse. Diese wird man beim Spaziergang durch den Wald eher nicht erkennen, denn die Kitsune können jede gewünschte Gestalt annehmen. Damit nicht genug: Über die Fingernägel kann der Fuchsdämon in den Körper seiner Opfer fahren, um diese zu kontrollieren. Im japanischen Mittelalter wurde Geisteskranken, Alten und jedem, den man gerne aus dem Dorf jagen wollte, nachgesagt, von einem solchen Fuchs besessen zu sein.

Ein Makel, der quasi in den Genpool übergeht, denn Familien eines solchen Kitsunetsukis (Fuchsbesessenen) werden in Japan noch über  Generationen hinweg diskriminiert. Denn wer meint, dass dies Aberglauben längst vergangener Tage ist, dem sei gesagt, dass Kitsunetsuki-Nachkommen auch aktuell mit Problemen bei der Jobsuche oder der Heiratsvermittlung zu kämpfen haben. Es gab sogar Vertreter der Theorie, dass die Aum Sekte, die den Giftgasanschlag auf die Tokioter U-Bahn verübten, von Fuchsgeistern besessen waren.

Japanischer Tanuki zeigt Balls of Steel

Der Tanuki ist so etwas wie der lustige und impulsive Cousin des Fuchsdämons. Im Gegensatz zum schalkhaften Kitsune nutzt er seine Gestaltenwandelkunst vor allem um Sex-Abenteuern und Alkohol-Exzessen zu frönen.

Der Tanuki ist bei Kindern sehr beliebt. Für westliche Augen wirkt das ein bisschen befremdlicht, weil er meist mit unverhältnismäßig großen Genitalien dargestellt wird. In Japan aber gibt es aber keinen außerplanmäßigen Elternabend, wenn ein Kind auf dem Schulhof den populären Reim trällert:

Tan Tan Tanuki no kintama wa,   (Die Goldkugeln eines Tan- Tan-Tanukis)
Kaze mo nai no ni,   (auch wenn mal kein Windchen weht)
Bura bura            (schwingen, schwingen, schwingen)

Seit dem 11. Jahrhundert begannen Zeichner jenes auffällige Merkmal der Tiere zu veralbern. Später wurde dies auch in den Volksgeschichten gemacht. Der Tanuki nutzt darin seine Riesenhoden, Kindama (Goldkugeln) genannt, als Allzweck-Gimmick: Falls nötig läßt er sie bis auf verrückte zwölf Quadratmeter anschwellen und nutzt sie als Rammwaffe, Trommel, Regencape, Boot oder Gleitschirm.

Zechpreller, der Märchen erzählt

Die charakteristischen Riesenkugeln des Tunichtguts stehen übrigens nicht für seine Manneskraft, sondern sind ein Symbol für Wohlstand und Gesundheit. Eine Tanuki-Statue gilt deshalb in Japan, wie die  allseits bekannte Winkekatze, als Glücksbringer.

Vor den Geschäften stehen überall drollige Statuen der dickbäuchigen Gesellen. Sie tragen einen Strohhut, der sie als Wanderer auszeichnet. In der einen Hand hat der Tanuki eine Flasche Sake, sein Lieblingsgetränk. In der anderen einen Schuldschein, denn im Gegensatz zu den Lannisters zahlt ein Tanuki niemals seine Rechnung. Das nehmen Ladenbesitzer für ein bisschen Geschäftsglück gerne in Kauf.

Serienkiller und Totenbeschwörerin

Mit den Katzenvarianten der Bakemono ist nicht allerdings weniger zu spassen. Als Vampire suchen sie im Schutze der Nacht ihre Gönner heim, saugten deren Blut oder verschlingen sie gleich mit Haut und Haar. Daraufhin nehmen sie die Gestalt der Ermordeten an, um sich weiteren Opfern zu nähern und ganze Familien auszulöschen.

Eine andere Form von dämonischen Katzen sind die Nekomata. Wenn eine Katze 3 oder 13 Jahre alt geworden ist, kann sie sich in eine Bakeneko oder Nekomata verwandeln. Dabei splittet sich ihr Schweif entzwei und sie beginnt auf den Hinterbeinen zu laufen. Eine spukende Nekomata frißt alles, was ihr in den Weg kommt. Sie ist resistent gegen Gift, kann Feuerkugeln schleudern und wiederbelebte Tote kontrollieren. Daher dürfen echte Katzen in Japan auch niemals den Raum eines aufgebarten Verstorbenen betreten.

Aus Angst vorm Wackelschwanz

Der scheinbar unkontrolliert hin und her pendelnde Katzenschwanz ist den Japanern schon immer unheimlich gewesen. Kein Wunder also, dass sich auf den Inseln eine Rasse mit Stummelschwanz durchgesetzt hat. Angeblich soll sich einmal eine besonders ungeschickte Katze am Kamin den Schwanz entzündet haben. Auf ihrer panischen Flucht hat sie ganze Stadtviertel in Brand gesetzt. Der Herrscher entschied am folgenden Tage, allen Tieren den Schwanz abschneiden zu lassen, damit ein solcher Unfall nie wieder passieren könnte.

Winkekatzen: Her mit dem Glück

Ist aber zum Glück nur eine Legende – ebenso wie die Geschichte einer besonders heldenhaften Katze, die inzwischen Menschen auf der ganzen Welt lieb gewonnen haben: Die Maneki Neko  (Winkekatze).

Einst soll mal ein Edelmann mit seiner Liebsten unterm Baum gesessen haben, als eine Katze auf dem Weg erschien, die Dame fixierte und unentwegt den linken Arm zum Ohr hob. Nachdem sich die Mietze nicht fortscheuchen ließ, wurde es dem ungeduldigen Herrn zu bunt und er erschlug das Tier. Erst als er wieder zu seiner Begleitung zurückkehrte, bemerkte er, dass sich neben deren Kopf eine giftige Schlange aus dem Baum abseilte. Zu spät für die Katze leider, die nur Schlimmeres verhindern wollte. Aus Scham und Dankbarkeit beerdigten die beiden das Tier und ließen eine Statue von ihr in winkender Pose als Grabschmuck anfertigen. Seither ist die Winkekatze ein Glücksbringer, der seinem Besitzern nur das Beste wünscht.

Göttliche Krähe mit sonnigem Wohnsitz

Ein Tier hat es in Japan nicht nur in die Schaufenster von Restaurants geschafft, sondern gleich auf das Trikot der Fussball-Nationalmannschaft: Die Rede ist von Yatagarasu, der göttlichen Krähe.

Diese wohnt der Sage nach in der Sonne und ist damit das Pendant zum Mann im Mond. Obwohl genau genomen in Japan kein Mann, sondern ein Hase den Erdtrabanten behaust. Vor Urzeiten versuchte einmal eine dämonische Bestie die Sonne zu verschlucken, um damit alles Leben auf der Erde zu vernichten. Um dies zu verhindern schuf die Sonnengöttin Amatarasu no Omikami die dreibeinige Krähe Yatagarasu. Diese sauste gleich in den Schlund der Bestie und tötete sie.

Yagatarasu is coming home

Damit nicht genug half das Tier später auch noch dem Götterspross Jimmu bei der Eroberung der japanischen Inseln, als dieser sich in den Bergen verirrt hatte. Deshalb steht die Krähe vor einem roten Sonnenkreis für die japanische Kaiserfamilie, die Tennos. Denn diese stammen nach eigenen Angaben von der Sonnengöttin und jenem orientierungslosen Eroberer ab. Die drei Beine der Yatagarasu stehen übrigens für die drei Gesichter der Sonne: die Morgenröte, die sengende Mittagssonne und die Abenddämmerung.